Geschichte

Die bergmännische Ausbeutung begann auf dem Gipfelkamm des 606 m hohen „Briloner Eisenberges“ im Tagebau, vermutlich schon in vorchristlicher Zeit.
In muldenartigen Löchern wurde das oberflächlich austretende Erz gewonnen. Erstmalig erwähnt wird der „Briloner Eisenberg“ im Jahre 1350. Das geförderte Erz wurde zunächst in der Nähe des Fundortes in sogenannten Rennöfen verhüttet. Später verlagerte man die Erzverarbeitung in die Täler.
Dem Pingen-Abbau auf den Höhen folgte die Förderung durch kleinere Schächte, bei denen das Eisenerz mittels Haspeln in Körben an die Oberfläche gebracht wurde. Danach wurden dann Stollen in den Berg vorangetrieben.

Am Südhang des „Briloner Eisenberges“ wurden im 18. Jahrhundert insgesamt 4 Stollen aufgefahren, die eine bessere Förderung ermöglichten.

Kirschbaumstollen: 1716 – 1723
Allerheiligen-Stollen: 1732 – 1739
Philipp-Stollen: 1749 – 1754
Max-Stollen: 1780 – 1794
Grubenplan
Durch diese horizontalen Strecken gelangten die Bergleute wesentlich besser an die mächtigen Erzlinsen im Innern des Berges. Als Gewerken (= Betreiber) der Stollen waren Unternehmer- und Kaufmannsfamilien aus Brilon und Olsberg seit dem 16. Jahrhundert aktiv.Der Philipp-Stollen wurde am 21.08.1749 unter dem Stollner Jürgen Schröder angehauen und am 6.11.1754 fertiggestellt. Die Länge des Stollens bis zum Streckenabzweig betrug 128 „Lachter“, also ca. 268 Meter.
Nach der Blütezeit Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Förderzahlen zurück, obwohl noch Vorräte vorhanden waren. Bedingt durch die wachsende Konkurrenz auf dem Weltmarkt wurde das Bergwerk „Briloner Eisenberg“ am 15. Juli 1916 endgültig geschlossen. Alle 4 Stollen sind heute Bergwerksruinen, die bis auf den Philippstollen für Besucher nicht zugänglich sind.