Philippstollen stellt sich als außerschulischer Lernort vor

Lehrer lernen

SauerlandKurier 21.06.2017 und 24.06.2017   (Datum anklicken für Download)

Stolleneinfahrt

13 Lehrkräfte aus Belecke besuchten den Philippstollen in Olsberg.

 

Olsberg. Das Lehrerkollegium der Realschule Belecke war mit 13 Lehrkräften zum pädagogischen Weiterbildungstag Gast im Steigerhaus am Philippstollen, das Bildungspartner des NRW-Schulministeriums und der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) ist.

„Dieser außerschulische Lernort wurde Ende 2016 in Olsberg neu gegründet und erreichte mit seinem sehr erfolgreichen Start eine außergewöhnliche Akzeptanz“, schreibt der Heimatbund der Stadt Olsberg. Der Weiterbildungstag wurde von den zertifizierten Natur- und Landschaftsführern, Ingobert Balkenhol und Diether Schnelle, vorbereitet und durchgeführt – in drei thematischen Abschnitten: Bewegung – Geschichte – Geologie.

Das Bewegungsprogramm berücksichtigt ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit. Daher war die Praxiswanderung sowohl auf die Förderung der körperlichen als auch der psychischen und sozialen Gesundheitsressourcen ausgerichtet. Das Angebot unterstützte die Teilnehmer darin, die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu erkennen und in ihrem Lebensalltag aktiv anzunehmen. Die spezifische Gestaltung des Bewegungsangebotes zielt auf die Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems und die präventive Ausdauerförderung. Es kann direkt an die Schüler weitergegeben werden.

Als Geschichtsprogramm wurden die Wallanlagen am Borbergkirchhof erkundet. Die Borbergterrassen mit ihren Wällen, Gräben und Hügeln faszinierte die Besuchergruppe besonders. Nach dem Befund mehrfacher Spatenforschung stammen die ältesten Erdwälle der Anlage aus der Zeit um Christi Geburt, als germanische Stämme im Sauerland auf die Kelten stießen.

Einblicke in historischen Ort

In der Zeit Karls des Großen und weiter im 8. und 9. Jahrhundert wurden die Befestigungsanlagen als Mauerburg erneuert. Die geschichtlichen Daten und die mystische Sage der Nonne Pia geben einen guten Einblick in diesen historischen Ort.

Geologie und Geschichte wurden anschließend noch gemeinsam bei einer Einfahrt in den Philippstollen näher betrachtet. Die bergmännische Ausbeutung der Region begann vermutlich schon in vorchristlicher Zeit im Tagebau auf dem Gipfelkamm des 606 Meter hohen „Briloner Eisenberges“. Erstmals urkundlich erwähnt wird dieser „Briloner Eisenberg“ im Jahre 1350. Der Philippstollen mit einer Gesamtlänge von etwa 1000 Metern durchfährt zunächst eine mächtige Serie aus Diabasen (magmatisches Gestein) und Tuffen (vulkanisches Eruptivgestein) des „Hauptgrünstein-Vulkanismus“, um dann das eigentliche und ehemals kostbare Roteisenerz zu erfassen. Es enthielt bis zu beachtlichen 35 Prozent Eisen.

Der erlebnisreiche Tag wurde mit einem gemeinsamen Essen in einem urigen Restaurant abgeschlossen.

Es ist geplant, diese Weiterbildungsveranstaltung fest in das Programm des Steigerhauses am Philippstollen aufzunehmen.

Info: Weitere Infos unter: http://philippstollen.de/ausserschulischer-lernort/ http://philippstollen.de/zertifiziertes-gesundheitswandern-dwv/ http://heimatbund-olsberg.de/steigerhaus-am-philippstollen-bildungspartner oder per Telefon: Tel. 0 29 62/90 85 10.

 

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